Montag, 6. Oktober 2014

Wildstrubelhütte SAC

Als wahre "Königsetappe" entpuppte sich die Wanderung zur Wildstrubelhütte in unserer zweiten Ferienwoche.

Mein Mann hatte sich diese Route gewünscht, weil er eine Reportage darüber im TV gesehen hatte. (Als ich Bilder von dieser
"Steinwüste" sah, war ich etwas skeptisch, und wenn echte Wanderspezialisten wie http://www.hikr.org/tour/post39583.html den Weg teilweise als "anregend" beschreiben, war das für mich bereits ein Grund, mir ein bisschen Sorgen zu machen, ob ich das schaffen würde).... aber er sollte seinen Willen haben ;-)

Während im Unterland noch ein paar Nebelschwaden rumzogen, war es beim Start, auf der Iffigenalp wolkenlos, kühl und schattig. Genau richtig für einen happigen Aufstieg von 1200 Höhenmetern!

Gerne erinnerten wir uns an eine frühere Wanderung in dieser Region http://gelegenheitsknipserin.ch/98.html . Es ist eine der unvergesslichsten Wanderungen, die wir je gemacht haben!

Also los! Die Vorgaben waren klar, es ging einfach nur aufwärts, am Anfang im Wald sogar recht steil. Aber kein Problem, wir fanden schnell das richtige Tempo und Schritt für Schritt schraubten wir uns in die Höhe, mit immer wie schönerem Ausblick ins Tal hinunter.

Bald kam der besagte "anregende"Abschnitt! Ein schmaler Weg durch die Felswände mit zum Teil grusligem Blick in die Tiefe. Erstaunlich, was die Wegmacher hier geschaffen haben! Ich war erst mal erleichtert, sowas schaff ich doch inzwischen ganz locker, kein Problem! ;-)

Nach anderthalb Stunden kamen wir in grasigeres Gelände zur Blattihütte und hier erreichten uns dann auch die ersten Sonnenstrahlen. Es blieb aber weiter kühl, befanden wir uns doch bereits auf 2000 M.ü.M. Wir fühlten uns topfit und stiegen weiter auf.

Langsam nahm die Umgebung hochalpinen Charakter an. Begriffe wie "Mondlandschaft" und "Steinwüste" gingen mir durch den Kopf. Eigentlich sah es hier oben genau so aus, wie die Woche zuvor auf der Vulkaninsel Lanzarote, einziger Unterschied, hier waren die Steine sehr hell auf Lanzarote sehr dunkel.

Bald einmal gelangten wir zum ersten der drei Rawilseeleni. Hier machten wir einen kurzen Trink- und Fotohalt. Ich tat mich schwer, eine reizvolle Perspektive dieses Seeleins zu finden. Erschwerend kam hinzu, dass das Militär hier ein Transportbahn unterhält. Die hässlichen Masten und Kabel machen es fast unmöglich ein schönes Landschaftsbild zu komponieren.

Von hier aus sah man nun auch das letzte steile Wegstück, das es zu bewältigen galt. Ein richtiger Schutthaufen! Auf dem unteren Teil trug ich die Kamera noch in den Händen, wusste ich doch, dass die drei Seelein von oben fotogener sein würden! Danach war aber noch einmal etwas Konzentration und freie Hände gefragt.

Nach etwas weniger als 4 Stunden erreichten wir die Wildstrubelhütte. Ich war mächtig stolz, dass ich dies so locker geschafft hatte, ohne kaum einmal ausser Atem zu kommen. Mein Mann meinte kurz vor dem Gipfel trocken, "hey, du hast ja sogar noch genug "Schnauf" um zu reden"! (Dem ist nicht immer so, grins)

Wir gönnten uns eine weitere Trink- und Fotopause. Herrlich war das, hier oben zu sitzen, die Sonne auf die Nase scheinen zu lassen und zu geniessen! Aber auch recht kühl, schliesslich befanden wir uns auf knapp 2800 M.ü.M.

Wir konnten nur den Kopf schütteln, als plötzlich von der Wisshorelücke her zwei Mountainbiker auf der Bildfläche erschienen, vor der Hütte anhielten und der Einte seelenruhig gleich an Ort und Stelle urinierte, sich wieder auf die Bikes schwangen und rasant den Steilhang hinunter düsten, wo wir dann wenig später wieder mühevoll Schritt für Schritt runter balancierten...verrückte Kerle das!

Wir beschlossen, wieder aufzubrechen und abzusteigen um einen etwas wärmeren Platz für die Mittagspause zu finden. Der Abstieg über die "Geröllhalde" ging viel besser als befürchtet und ich war nicht unglücklich, als wir dann irgendwann den Rawilpass erreichten, wo die Gegend schon wieder viel lieblicher auf mich wirkte.

Hier genossen wir nun ein spätes Mittagessen, dösen und fotografieren inklusive! Gegen 16h wurden die Schatten bereits merklich länger und so mussten wir wieder los. Mühelos erreichten wir zwei Stunden später die Iffigenalp und waren restlos zufrieden mit unserer Wanderleistung, das war TOP! :-)






















































Freitag, 3. Oktober 2014

Sustlihütte SAC

Kaum vom Erholungsurlaub am Meer zurück, zog es uns auch gleich wieder in die Berge. Ein prächtiger Herbsttag lockte!

Bereits vergangenen Herbst waren wir im Meiental unterwegs
http://ruth-pulido.blogspot.ch/2013/10/meiental-ur.html und schon
damals beschlossen wir, wieder zu kommen.

Vom Sustenbrüggli ging es steil hoch, wir wählten den Leiterliweg, auf dem die Schlüsselstellen über die Felswände mit Leitern bewältigt werden. Bald merkten wir, dass wir nicht gerade in Topform waren. Vom Meer direkt auf über 2000 M.ü.M. hatte es ein bisschen in sich.

Ausserdem war unsere Moral ziemlich am Boden. Am Tag vorher war unsere 15jährige Katze Maxi gestorben. Wir waren extrem traurig deswegen.

Von Anfang an ist die Aussicht in dieser Region überwältigend!
Schon nach einer Stunde erreichten wir die gut besuchte Hütte und
gönnten uns einen Trink- und Fotohalt.

Bald zogen wir weiter. Von jetzt an ging es angenehm auf dem Panoramaweg weiter. Mal aufwärts, mal etwas abwärts. Am Seeli war eigentlich der Mittagshalt geplant. Aber diese Idee hatten ganz viel andere Wanderer auch und so zogen wir es vor noch eine Stunde weiter zu wandern, bis wir ein ruhiges, schönes Plätzchen mit phänomenaler Aussicht für uns fanden.

Nach einer ausgedehnten Pause ging es weiter. Der Weg gestaltete sich einfach und angenehm bis man zu vorderst an der Flanke des Hohbergs steht. Ab hier waren die Hänge rot und röter von den unzähligen Heidelbeer- und Erikastauden. Eine unglaubliche Pracht!

Von da ging es dann recht steil hinunter, ich war ab und zu froh um die helfende Hand meines Mannes! Etwa in der Mitte des Steilhanges öffnete sich ein Plateau mit hübschen Moorseelein und einer tollen Aussicht ins untere Meiental. Hier verweilten wir gerne ein bisschen.

Weiter ging der steile Abstieg. Langsam ging die Sache ganz schön in die Knie! Bei der Chlialp angekommen, machten wir nochmals eine längere Pause. Danach waren wir direkt froh, dass es auf dem Rückweg zum Sustenbrüggli wieder etwas aufwärts ging!

Müde und viel gelöster als am Anfang des Tages erreichten wir am späten Nachmittag unseren Ausgangspunkt. Einmal mehr hatte sich gezeigt, dass ein Tag in der wunderbaren Bergwelt eine beruhigende und heilende Wirkung auf eine wunde Seele haben kann.