Mittwoch, 9. Oktober 2013

Turtmanntal VS

Das vergangene Wochenende bot keine Gelegenheit für eine längere Wanderung. Kurz entschlossen liessen wir dann dafür gestern alles stehen und liegen und fuhren wieder mal ins Wallis, um dem Nebelgrau zu entfliehen!

Wir waren etwas spät dran und die Fahrt ins Turtmanntal zog sich ziemlich in die Länge. Untypischerweise hatte es sogar im Rhonetal Nebel! Aber bei der Einfahrt ins Turtmanntal war dieses "Problem" kein Thema mehr. Ein herrlicher Herbsttag empfing uns in dem stillen Tal. Die Turtmänna schoss wild schäumend und dreckig aufgewühlt über ihr Bachbett hinaus. Man konnte darüber fast erschrecken! Wir nahmen an, dass zuoberst im Tal Wasser aus dem Stausee entlassen wurde...Das Rauschen des Baches begleitete uns dann auf der ganzen Wanderung.

In Gruben hinderte uns ein allgemeines Fahrverbot wegen Bauarbeiten an der Weiterfahrt. Kein Problem, die Wanderung konnte auch gerade so gut von hier aus gestartet werden. Und am Ende unsere Rundwanderung merkten wir dann, dass wir ungewollt gerade goldrichtig geparkt hatten!

Schon bald wanderten wir in hellem Sonnenschein gut gelaunt los, entlang der Turtmänna bis Vorder Sänntum. Dort nahmen wir linker Hand den Hang mit den wunderbaren Lärchenwald in Angriff. Jetzt im Schatten, war es etwas kühl, aber perfekt zum Aufsteigen. Der Boden über viel Wurzelwerk und Steine war nass und dem entsprechend sehr rutschig. Ich war froh, zu wissen, dass der Rückweg nicht hier durch führen würde!

Bald einmal erreichten wir ein Plateau wo man einen herrlichen Ausblick über das ganze Turtmanntal hatte! Dann war noch einmal ein Hang zu bezwingen, ein grasiger diesmal. Bei der Kapelle von Holustei machten wir Mittagspause. Wir waren überwältigt von der Schönheit und dem Ausblick, der sich uns von da oben bot!

Wir gönnten uns keine lange Pause. Über den Gipfeln des Frili- und Wängerhorns schwappten bereits erste dunklere Wolken, die nicht sehr vertrauenserweckend aussahen und da wir ja wissen, wie schnell das Wetter in den Bergen ändern kann, machten wir uns wieder auf den Weg. Wir querten den Hang, bis wir den Turtmannsee erreichten. Nicht wirklich eine Schönheit, aber doch interessant die Tonnen von feuchtem Sand, die da lagern. Dafür aber natürlich wunderschön die Bergriesen und schwindenden Gletscher, die den Talabschluss formen!

Für den Rückweg wählten wir nun den Panoramaweg, der hoch über dem Tal zurück führte. Mit der Zeit waren wir leicht irritiert, weil dieser Weg uns immer mehr in die Höhe führte und wir fürchteten schon, mal wieder an der oft etwas eigenwilligen Wanderwegbeschilderung der Walliser gescheitert
zu sein ;-))

Langsam schoben sich nun von beiden Seiten der Berge die Wolken immer höher in den Himmel, bis sie sich in der Mitte des Turtmanntales über uns zusammenschlossen. Wir waren immer noch auf einer Höhe von 2200 M.ü.M. und ohne Sonne war es richtig kalt geworden.

Als wir dann Gruben unter uns sahen, atmeten wir erleichtert auf! Der Weg führte nun in einfachen Kehren bis ins Tal zum Dorf hinunter, genau vor unser geparktes Auto ;-)

Kaum fuhren wir los, begann ein feiner Nieselregen. Als wir in Turtmann ankamen schien die Sonne durch die Wolken und zauberte für uns zum Abschied einen halben Regenbogen an den Himmel! Ein würdiger Abschluss für einen fantastischen, geschenkten Tag! Wir waren unheimlich glücklich und zufrieden!































Dienstag, 1. Oktober 2013

Meiental UR

Schon bald geht die Wandersaison zu Ende und wir hatten dieses Jahr noch keine einzige SAC Hütte besucht! Dagegen mussten wir endlich etwas unternehmen! Schon lange stand auf unserer "to do"-Liste das Meiental im Kanton Uri...also fiel unsere Wahl auf die Sewenhütte.

Wir fuhren früh los, wollten wir doch um den Sonnenaufgang auf dem Sustenpass sein. Je näher wir unserem Ziel kamen, um so mehr Wolken machten sich breit. Der Tagesbeginn war nicht wirklich spektakulär. Um acht Uhr schnürten wir bei Gorezmettlenbach unsere Wanderschuhe und los ging's auf direktem Weg zur Sewenhütte.

Es war recht frisch und der Weg zum Teil rutschig.  Die erste halbe Stunde mal einfach steil einen Wald hinauf! Bereits hier merkte man gut, dass der Herbst nun definitiv das Zepter übernommen hat. Überall schossen Pilze aus dem Boden und verbreiteten diesen charakterischen Herbstduft um sich. Erstaunlich viele Fliegenpilze gab es zu bewundern, aber fast alle arg angefressen...für gewisses Getier scheint dieser Pilz nicht wirklich giftig zu sein ;-)

Bald erreichten wir eine wunderbare Lichtung. Ab hier gab es viele Heidelbeerstauden und zu unserer Freude waren sie noch reich behangen mit reifen Früchtchen, da bedienten wir uns doch gerne!

Ab und zu drückte nun auch ein Sonnenstrahl durch die Schleierwolkendecke und lies die tolle Herbstlandschaft erleuchten...Zeit für mich, die Kamera zu zücken ;-)

Knapp 600 Höhenmeter sind es bis zur Hütte. Es lief uns tiptop, bei niederen Temperaturen läuft es sich einfach besser.Nach anderthalb Stunden erreichten wir bereits die Sewenhütte, die sehr schön gelegen ist, man hat einen tollen Rundumblick in die Urner Bergwelt.

Wir genehmigten uns ein feines Znüni und unterstützen die Hüttencrew durch weitere Einkäufe. Danach machten wir uns auf in Richtung Sewenalp und Seeli.

Dort verweilten wir ein weiteres Mal, genossen die spannende Aussicht, die immer sonnigeren Momente, die steigende Wärme, die prächtigen Farben, die herbstlichen Düfte, den Wind auf der Haut und stellten für uns fest, dass der Herbst die sinnlichste Jahreszeit überhaupt ist!

Weiter gings Richtung Bergalp, schön dem Hang entlang, immer leicht abwärts. Am Mittag liesen wir uns auf einer Bergwiese nieder, verzehrten unser immer gleiches Mahl und legten uns dann zu einem Schläfchen auf unserer Decke nieder. Wie herrlich!!!

Gut erholt machten wir uns wieder auf den Weg. Bald war nun die Bergalp erreicht und von da an ging es wieder abwärts durch den Wald. Die Wolken hatten sich inzwischen deutlich aufgelockert und wir schwitzten sogar beim runter laufen!

Im Tal erreichten wir das Dörfchen Meien und die Meienreuss. Ihr entlang liefen wir nun wieder in Richtung Sustenpass. Zuerst noch recht nahe an der viel befahrenen Strasse vorbei. Der Lärm der unzähligen Motorräder, Autos und Cars war kurzzeitig fast unerträglich. Bald entfernte sich der Wanderweg aber von dieser Lärmquelle und wir konnten die Wanderung noch so richtig geniessen.

Am späteren Nachmittag standen wir wieder beim Ausgangspunkt. Neun Stunden waren wir unterwegs, davon fünfeinhalb Stunden reine Wanderzeit. Wir haben uns also viel Zeit gelassen auf diesem Rundweg. Es war einfach herrlich, eine richtige Genusswanderung!