Mittwoch, 4. Juni 2014

Dent du Bourgo FR

Weil es uns im Greyerzerland so gut gefallen hatte, starteten wir am vergangen Samstag gleich noch eine Tour in diesem Gebiet.
Ausgangspunkt war dieses Mal das Dörfchen Estavannens.
Die Wetterprognosen waren gut, es sollte ein schöner Tag werden.
So machten wir uns auch keine Sorgen über den Hochnebel, der sich über der Region befand.

Diesmal sollten es noch ein paar Höhenmeter mehr werden und ich hatte mir vorgenommen, diese intelligenter anzugehen, als bei der letzten Wanderung. Bereits kurz nach 7h verliessen wir das Bauerndorf, vorbei an der Kapelle "du Dâ", rein in den Wald und immer schon aufwärts, und wie!

Entlang des hübschen Bachs "Le Dâ" schraubte sich der Weg in immer engeren und steileren Kehren in die Höhe. Bei einem Wasserfall sprang behände ein Rehbock vorbei. Sein Tempo möchte ich haben! Ich liess mich aber nicht beirren. Ich fand mein eigenes Tempo. Der Weg war überall feucht bis nass, aber problemlos zu gehen.

Immer steiler ging es den schönen Wald hinauf. Nun entfernte man sich ein Stück vom rauschenden Bach und hatte Zeit und Muse, die absolute Stille zu geniessen. Unglaublich faszinierend, was für eine Vielfalt an Formen von Blättern und Grüntönen so ein Wald zu bieten hat.

Dann näherte man sich dem Bach wieder und musste ihn sogar überqueren, ohne Brücke, versteht sich...bei höherem Wasserstand wahrscheinlich nicht ganz einfach.

Nach dem die ersten 500 Höhenmeter geschafft waren, traten wir zum Wald hinaus und trafen auf herrliche Blumenwiesen. Erst eine mit ganz vielen "Ankebälleli" (Trollblumen) und dann wieder die hier so typischen Narzissenfelder. Da ich sie ja eine Woche zuvor ausgiebig fotografiert hatte, eilte es mir nicht, die Kamera hervor zu holen. Das konnte warten, heute wollte ich "richtig" wandern ;-)

Nun ging es über Alpweiden, an verschiedenen Alphütten vorbei.
Langsam lichtete sich der Nebel. Wir konnten einen Blick auf die gegenüberliegende Seite werfen, wo wir vor einer Woche gewandert waren. Bei einer Hütte machten wir den ersten Trink- und Fotohalt. Zufällig stellten wir fest, dass die Hütte nicht abgeschlossen war. Wir riskierten einen Blick hinein. Toll, eine Einrichtung wie zu Gotthelfs Zeiten ;-)

Weiter gings, immer steil hinauf. Der Weg war gesäumt von wunderbaren Frühlingsblumen, sie versüssten mir den schweisstreibenden Aufstieg, den ich super meisterte, wie ich selber fand ;-) Immer wieder mal einen Blick zurück war ungemein motivierend! Erstaunlich, welche Distanzen man in kurzer Zeit zurück legen kann!

Bei Vacheresse hatten wir bereits die meisten Höhenmeter geschafft! Dort erreichte man den Grat und hatte nun einen phänomenalen Rundumausblick auf viele, viele Berge, von denen wir leider kaum einen bei Namen kannten. Auch hier hielt ich mich nicht mit fotografieren auf, ich hatte ja noch sooo viel Zeit!

Was uns gar nicht gefiel, waren die Wolken, die eher wieder mehr wurden! Es ging nun nur noch leicht steigend, weiter Richtung Dent du Burgo. Ein geradezu idyllischer Weg über den Bergrücken. Zeit genug um nach den Narzissenfelder zu gucken. Die Hänge am Dent du Burgo sind voll davon. Aber sie sind SEHR steil! Ich wagte keine akrobatischen Fotoeinlagen!

Als wir bei Punkt 1836 ankamen, verdichteten sich die Wolken just um den Gipfel des Dent du Burgo! Wir beschlossen gleich hier und jetzt die Mittagspause "einzuläuten". Es war erst elf Uhr, wir würden warten, bis sich der Berg wieder aus dem Nebel schälen würde.

Wir warteten, assen, dösten, warteten...waarteten....waaarteten...der Nebel wurde immer dichter, schwappte dann auch über uns zusammen...nach 2,5 Std. gaben wir auf...es hätten nur noch läppische 73 Höhenmeter bis zum Gipfel gefehlt. Aber die schenkten wir uns...Nebelgucken konnten wir auch von hier "unten".

Also machten wir uns auf den Rückweg. Wir waren nicht mal sauer. Wir mussten eher lachen, langsam artete das aus mit dem "Wetterglück" ;-) Einen Moment lang war der Nebel so dicht, dass wir kaum den Weg fanden. Vor uns scheuchte ein Birkhuhn auf... Gross war der Schreck auf beiden Seiten! Bald einmal unterschritten wir aber den Nebel und die Sicht wurde wieder besser.

Beim Abstieg war Aufpassen angesagt, der steile Weg war immer noch überall nass und dem entsprechend rutschig. Wieder kreuzte ein Reh unseren Weg.Als wir die unteren Alpen erreichten, gab es immer sonnigere Abschnitte und als wir am späteren Nachmittag wieder im Tal ankamen, herrschte eitel Sonnenschein! Wen wunderts?

Fazit:
Superwanderleistung mit ungewöhnlich wenigen Fotohalten :o)




















Kommentare:

  1. Sehr sehr schöne Foto's, da packt einem auch gleich die Wanderlust :)

    GLG
    Eve

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  2. Auch wenn es weniger Fotohaltestellen gab, sind es tolle Aufnahmen geworden. Und es ist gut, dass Du keine akrobatischen Fotoeinlagen gemacht hast. Wenn das so steil ist, ist das kein Foto der Welt wert.

    Liebe Grüße
    Sonja

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